Mettmann, 21.02.2019, von Helmut Wenzel, THW OV Haan

THW-Pumpen leeren Mettmanner Löschteich

Mettmann, 21. Februar 2019. Der angeschlagene Damm eines Feuerlöschteiches im Osten von Mettmann hat ab Donnerstag Nachmittag zu einem Pumpeinsatz des Technisches Hilfswerks geführt.

Geradezu idyllisch — die Solinger Hannibal am Teichufer.
Foto: THW / Helmut Wenzel

In einer Hofschaft im Osten von Mettmann dient der Teich als Löschwasserreservoir für die umliegenden Gebäude. Ein technischer Defekt im Bereich des Wasserüberlaufs führte dazu, dass das Erdreich auf der Dammrückseite unterspült und der Damm stark geschwächt wurde. Auf Anforderung der Feuerwehr Mettmann begutachtete der Technische Berater Deichverteidigung aus dem THW-Ortsverband Mülheim a. d. Ruhr, Stefan Cohaus, den Damm. Gemeinsam wurde beschlossen, den Damm unverzüglich zu entlasten: Ein Großteil des Wassers sollte aus dem kleinen See abgepumpt werden.

 

Zur Förderung großer Wassermengen hält das Technische Hilfswerk Hochleistungspumpen vor. Diese Pumpen sind im Bereich der THW-Regionalstelle Düsseldorf in den Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen der THW-Ortsverbände Ratingen und Solingen stationiert. Ratingen entsandte zwei Pumpen vom Typ „Börger“ mit einer Förderleistung von je 5000 l/min; aus  Solingen kam eine Pumpe vom Typ „Hannibal“ mit einer Kapazität vom 10000 l/min. Die maximale Förderleistung der Pumpen in Höhe von 20 Kubikmeter in der Minute konnte jedoch nicht ausgenutzt werden: Im Mettmanner Bach, in den das abgepumpte Wasser eingeleitet wurde, durfte keine starke Strömung erzeugt werden, ansonsten wäre der Ufersaum erodiert. Starke Strömung hätte auch im weiteren Bachverlauf Totholz an einer kleinen Brücke so anschwemmen können, dass das angestaute Wasser einen Fahrweg überflutet hätte. Die einleitbare Wassermenge war auch deshalb begrenzt, weil der Bach die Mettmanner Innenstadt in unterirdischen Rohren durchquert, die die großen Wassermassen nicht hätten aufnehmen können, ohne dass Überschwemmungen die Folge gewesen wären. Mit Rücksicht auf den Fischbesatz im Teich muss zudem ein ausreichender Restwasserstand verbleiben.

 

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde der regulierbare Wasserablauf des Teiches, „Mönch“ genannt, in einer Tiefe von vier Metern in Stand gesetzt und in sein Abflußrohr auf einer Länge von acht Metern ein Kunststoffrohr mit 40 cm Durchmesser eingezogen. Der Damm selbst wurde mit Erdreich aufgefüllt. Auf der Dammkrone wurde mit einem Kunststoffflies und Steinen ein zweiter Überlauf geschaffen, der den Pegel des Löschteiches bei maximal 60 cm halten wird. Während der Arbeiten wurde der Wasserstand des Löschteiches weiterhin niedrig gehalten bzw. noch gesenkt. Die drei Großpumpen wurden allerdings schrittweise durch Tauchpumpen ersetzt, weil die Wassertiefe für ihren reibungslosen Betrieb nicht mehr ausreicht oder sie ihren Platz für die Erdarbeiten räumen müssen.

 

Da die Pump- und Instandsetzungsarbeiten auch während der Nachtstunden stattfanden, sorgte der THW-Ortsverband Haan mit seiner Fachgruppe Beleuchtung für Licht am Einsatzort. Er stellte als örtlich zuständige THW-Einheit mit Zugführer Matthias Mauermann und dem Zugtrupp auch die Einsatzleitung für die eingesetzten THW-Helferinnen und -Helfer. In Spitzenzeiten betrug die Mannschaftsstärke bis zu 32 THW-Kräfte, sie kamen aus den THW-Ortsverbänden Düsseldorf, Haan, Mülheim a. d. Ruhr, Ratingen und Solingen. Die Versorgung mit Betriebsstoffen stellt die Fachgruppe Logistik/Materialerhaltung (FGr LogM) aus Düsseldorf sicher, verpflegt werden alle Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz aus Mettmann; die Gesamteinsatzleitung obliegt der Feuerwehr Mettmann. Der Einsatz endete für die THW-Angehörigen am Samstag gegen ein Uhr morgens.


  • Geradezu idyllisch — die Solinger Hannibal am Teichufer.
    Foto: THW / Helmut Wenzel

  • Die Schadenstelle: Auf der Dammrückseite des Löschteiches war das Erdreich unterspült worden.
    Foto: THW / Helmut Wenzel

  • Der Damm des Löschteiches war auch Operationsbasis der zwei Ratinger Pumpen des Technischen Hilfswerks.
    Foto: THW / Helmut Wenzel

  • Indem das Wasser im Mettmanner Bach noch in Schläuchen geführt wurde, wurde der Ufererosion vorgebeugt.
    Foto: THW / Helmut Wenzel

  • Geführt wurden die THW-Einheiten vom Zugtrupp des Haaner Ortsverbandes.
    Foto: THW / Helmut Wenzel

  • Feuerwehr und THW auf dem Gipfel des Mönchs der verstopfe Wasserabfluß des Teiches sorgte für massive Probleme.
    Foto: THW / Helmut Wenzel

  • Wasser, das aus einer Schadstelle im Abflussrohr ausgetreten war, hatte das Erdreich auf der Dammrückseite unterspült.
    Foto: THW / Helmut Wenzel

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